Quelle: Nordkurier, 24.02.2023

Am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum in Altstrelitz trafen sich zukünftige Gärtner, um sich im Wettstreit zu messen. Besonders Nachhaltigkeit und Klimawandel standen auf dem Programm.

Neustrelitz. Am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum in Altstrelitz haben junge Gärtner am Donnerstag ihr Wissen in Bezug auf Pflanzenkunde im Kontext der Nachhaltigkeit und des Klimawandels unter Beweis gestellt. Die Berufsschüler werden am Bildungszentrum drei Jahre lang in den Bereichen Zierpflanzen, Gemüse, Baumschule und Galabau ausgebildet, um später den Beruf des Gärtners ergreifen zu können.

An neun Stationen galt es nun für die Teilnehmer, die Pflanzen zu bestimmen, Fragen zur Friedhofskultur, zur Ressource Wasser und zum Arbeitsschutz zu beantworten. Dabei kam es nicht nur auf die fachlichen Fähigkeiten, sondern insbesondere auch auf die eigene Kreativität und auf die Teamarbeit an. Die 18-jährige Marlow Schelow schätzt den Beruf des Gärtners, weil: „Man sieht, was man geschafft hat“, wie sie sagt. Ihre praktische Ausbildung absolviert sie im ersten Lehrjahr bei den Demminer Stadtwerken. Hier lernt sie Galabau, das Pflastern und worauf es bei der Grünpflege ankommt.

Die 22-jährige Sarah Streif aus Rostock wollte schon immer in die grüne Richtung. „Ich bin im Zierpflanzenbau und finde es spannend, wie sich Pflanzen von der Saat bis zur Jungpflanze entwickeln und wie sie immer größer werden“, sagt sie. Sie macht ihre Ausbildung bei der Grönfingers Rostocks Gartenfachmarkt GmbH. Später möchte sie sich noch zur Gartenpädagogin, sagt sie.

An einer der Stationen werden die Bäume im Wandel der Zeit betrachtet. Botanische Namen sind gefragt und die Schüler Svenja Thätner, Daniel Flatau und Clemens Wolatowski müssen auch wissen, welche Pflanzen bienentauglich sind. Das Team um Emelie Jogschies, Lea Kürschner und Lena Jamski hat in diesem Jahr sogar bereits seine Abschlussprüfung. Auf der Station, wo es um die Friedhofskultur geht, muss das Dreierteam nachhaltige Werkstoffe herausfiltern und Alternativen benennen können. Max Keler, Holger Fröhlich und Nele Fanger sollen dagegen auf Station acht nicht nur den botanischen Namender Zierpflanzen parat haben, sondern auch wissen, welche in Deutschland angebaut werden. Ziel dieser Station ist es, einen Werbeflyer für heimische Zierarten zu erstellen.

Schulleiterin ist stolz auf ihre Gärtnerschüler. Begleitet wurden die Schüler von den ehemaligen Ausbilderinnen Brunhilde Strelow und Heike Lubs, die ihr
Gärtnerwissen noch immer gerne weitergeben, trotzdem sie schon lange in Rente sind. „Es ist ein schöner und anspruchsvoller Beruf unter freiem Himmel, der leider bis jetzt nicht so gut bezahlt war. Doch im Juli sollen die Gehälter dem West-Niveau angepasst werden“, so Heike Lubs. Daniel Höft, Ausbilder der Hansestadt Rostock, betreut zusammen mit Synke Güntheroth die Station im 24 Grad warmen Gewächshaus, bei der die Jugendlichen die Bestandteile der Obstblüte beschreiben sollen und entsprechende Abbildungen zuordnen müssen. Auch das Thema Arbeitssicherheit steht auf dem Programm.
Schulleiterin Kathleen Supke ist tolz auf ihre Gärtnerschüler. „Der Berufsbereich Gartenbau ist sozial, aufgeschlossen und zugewandt. Sie bringen viele tolle Ideen zur Gestaltung der Schule mit ein. Jeder Gärtner wächst mit seinen Pflanzen“, sagt sie. Das Motto der Veranstaltung lautete „Gärtner der Zukunft-wir sind die Lösung-Nachhaltigkeit/Klimawandel“.

Dass ein Gärtner durch seine Erfahrung, Umgebung und durch die Naturbedingungen wächst, wie es Supke in ihrer Eröffnungsrede formulierte, haben die Berufsschüler bei den vielen Tests bewiesen. Die besten waren Sarah Michelle Streif (1. Lehrjahr), Ben König (2. Lehrjahr) und aus dem 3. Lehrjahr Philipp Maximilian Keler, Holger Fröhlich, Nele Luise Fanger. Sie alle fahren am 2.Juni zum Nordentscheid nach Ellerhub (Schleswig Holstein). Der Berufswettbewerb hatte übrigens letztmalig 2019 stattgefunden, bevor Corona eine Pause erzwang.